Porträt
Jan kam in einem kleinen Boot auf Lyø an, nachdem er 34 Seemeilen gesegelt war, um dorthin zu gelangen. Seine frustrierende neunmonatige Suche nach einer neuen Werkstatt in Deutschland hatte ihn, mit einem Bier in der Hand, zum Kaufmann auf Lyø geführt. Drei Wochen später hatte der Bootsbauer ein Grundstück gekauft, das sich von der Straße bis zum Strand erstreckte.
Er baute seine Werft in vier Monaten.
Jans Werkstatt ist voller Lärchen- und Eichenholz, und von hier aus bewahrt er das traditionelle Handwerk des Holzbootbaus, das aus den modernen Berufsausbildungen zu verschwinden droht. Nachdem er Wollschweine und Rinder gezüchtet, in der Sommersonne ein Nickerchen zwischen seinen Schweinen gemacht, gelernt hat, sie zu schlachten, jede Menge Würste hergestellt, Gemüse angebaut und seinen grünen Daumen entdeckt hat, lebt er nun nach Inselzeit.
Während er am Strand den Wasabi des Nordens erntet, entdeckt Jan einige Seehunde, die in die wärmeren Gewässer bei Südfünen zurückgekehrt sind. An den Wochenenden träumt er von Schlupflöchern in der Bürokratie, die es ihm ermöglichen würden, kleine Häuser auf seinem Grundstück zu bauen. Sein größter Traum wäre es, sein Wissen über essbare Küstenpflanzen, den Bootsbau und das Inselleben hier im „wilden Westen Dänemarks“ weiterzugeben.
Kulturgeschichte
Name: Jan
Insel: Lyø
Der Bootsbauer
Im 18. und 19. Jahrhundert war die Smakke-Jolle das am häufigsten genutzte Boot im Südfünischen Archipel. Die Smakker, die damals in den Werften auf dem Festland gebaut wurden, waren für die Bewohner u. a. von Lyø unverzichtbar. Die Inselbewohner schlossen sich oft zusammen, um die großen Smakke-Jollen zu besitzen, die Platz für bis zu 18–20 Personen boten oder z. B. Vieh transportierten, das auf dem Festland verkauft werden sollte. Die Bauern auf den Inseln mussten nicht nur mit ihren Waren nach Faaborg gelangen, sondern auch mit dem Anteil der Ernte, der an das Gut „Holstenshuus“ zu zahlen war, dem sie als Pächter unterstanden.
Die meisten Bauern auf Lyø waren auch Fischer, und hier war die Smakke von entscheidender Bedeutung. Die Jolle hat einen geringen Tiefgang und eignet sich daher perfekt für die Küstenfischerei rund um die Inseln. Das Wort smakke bezieht sich auf die quadratische Form der Segel. Einige der Segel haben eine schöne rotbraune Farbe, da sie in einer Rindenlauge imprägniert wurden. Sie werden auch lohgegerbtes Segel genannt.
Gegenstände
Schild
FAABORG SKIBS- & BAADEBYGGERI C. Andersen. Die Werft lag am Hafen von Faaborg, und hier wurde eine Vielzahl von Fischerbooten aus Holz gebaut, insbesondere für die Nordsee. Die Werft wurde nach dem Tod von Carl Andersen im Jahr 1970 geschlossen.
Schaukarte
Das Bild aus dem Jahr 1903 zeigt verschiedene Arten von Schiffen. Ganz hinten rechts im Bild ist ein Dampfschiff zu sehen, und vorne im Bild, draußen auf dem Wasser, legt gerade eine Smakke an.